Geschichte « Vorwerkstift

Zur Geschichte des Vorwerkstifts:

Das einstige Altenwohnstift stand in den 80er Jahren leer. Eine Gruppe von Künstler/innen besetzte eine ehemalige Feuerwache in Billstedt, um ein Atelier- und Wohnhaus für Künstler dort einzurichten. Von der Stadt wurde als Alternative das Vowerkstift vorgeschlagen, allerdings unter der Bedingung, sich einen institutionellen Partner zu suchen. Bei der Suche nach einem Partner für dieses Vorhaben landete diese Gruppe bei der »Hamburgischen Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe« (kurz: Patriotische Gesellschaft von 1765). Hier fand sich ein Kreis, der diese Idee unterstützte und zu deren Umsetzung die »Stiftung Freiraum e.V.« gründete. Das Vorwerkstift wurde mit städtischen Mitteln und Eigenleistungen der Bewohner erneuert. 1990 übertrug die Freie und Hansestadt Hamburg für die Dauer von 30 Jahren die Nutzungssrechte an die Stiftung Freiraum e.V.


Das Künstlerhaus hat seit seiner Entstehung eine lebhafte Geschichte hinter sich: Mal schläfrig, mal aufbrausend und zwischendurch auch einfach und ruhig. Jedoch nie konform, vielleicht mal angepasst – aber durch die Fluktuation der Bewohner/innen (im Schnitt zieht jeden 1,5 Monat eine neue Person ein, weil eine andere Person auszieht) blieb sie ständig in Bewegung – geprägt von unsterschiedlichsten Persönlichkeiten.


2009 brach dann eine Bewegung aus, deren Stimme auch in der Öffentlichkeit Gehör fand und für Furore sorgte: Die Bewohner/innen erklärten das Künstlerhaus für ´neubesetzt´ aufgrund der Misstände zwischen ihnen und dem Vorstand von Freiraum e.V. und forderten diesen öffentlich auf, sich von dem Ehrenamt zurück zu ziehen. Wie das ganze organisiert war, was geschrieben und getan wurde kann durch klicken auf den Button oben im Bild “Vorwerk neubesetzt” nachgelesen werden.


 

Danke für die Aufmerksamkeit.

 

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Zur Situation im Vorwerkstift (chronologische Auflistung der Texte von 2010):


August 2010 Hamburg

  • Das Künstlerhaus Vorwerkstift ist nicht mehr neubesetzt!
  • Stiftung Freiraum e.V. erkennt das von Vorwerk e.V. eigenhändig organisierte alljährliche Auswahlverfahren an!
  • Die in diesem Auswahlverfahren (fand statt im Juni 2010) von Hausbewohnern und Mitgliedern von Stiftung Freiraum e.V. (Trägerverein des Künstlerhauses Vorwerkstift) ausgewählten Bewohner/innen erhalten reguläre Mietverträge für drei Jahre mit Option auf Verlängerung.
  • Die Mieten werden von den jetzigen Bewohner/innen wieder ordnungsgemäß bezahlt! Die Situation eskalierte als eine einstweilige Verfügung von Stiftung Freiraum e.V. durch ihren Anwalt gegen das von den Bewohner/innen organisierte Auswahlverfahren ausgesprochen wurde – die Bewohner/innen das Auswahlverfahren aber trotzdem durchführten – mit Beteiligung einiger Mitglieder von Stiftung Freiraum e.V.. Gleichzeitig drohte der Vorstand Stiftung Freiraum e.V. mit der Zurückweisung der Mieten, die seit September 2009 in einer Sammelzahlung überwiesen worden waren. (Die Mieten wurden gesammelt durch Vorwerk e.V. überwiesen, um Räumungsklagen gegen Einzelne, wie sie in der Vergangenheit durch Freiraum e.V. eingesetzt wurden, vorzubeugen. Fristlose Kündigungen waren abzusehen.)
  • Eine entsprechende Vereinbarung der Verhandlung bezügl. Anerkennung des Auswahlverfahrens und ordnungsmäßiger Überweisung der Mieten wurde am 21.6.2010 von beiden Seiten unterzeichnet!
  • Außerdem einigte man sich darauf, in der nächsten Zeit gemeinsam ein neues Hauskonzept zu erarbeiten!


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Neuigkeit der Woche (24.6.2010):

Stiftung Freiraum e.V. erkennt das von Vorwerk e.V. organisierte Auswahlverfahren an.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 21.6.2010 von beiden Seiten unterzeichnet.

Die in diesem Verfahren von Hausbewohnern und Mitgliedern von Freiraum e.V. ausgewählten Bewohner erhalten reguläre Mietverträge für drei Jahre mit Option auf Verlängerung.

Ausserdem einigte man sich darauf, in nächster Zeit gemeinsam ein neues Hauskonzept zu erarbeiten.


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Wie Stiftung Freiraum e.V. im Vorwerkstift aufräumen will:

Zur akuten Lage 9.Juni 2010:

Im Mai 2010 schrieb Vorwerk e.V., der Verein der HausbewohnerInnen des Künstlerhauses Vorwerkstift, eigenhändig das alljährliche Auswahlverfahren, aus, um die Wohnräume für neue BewohnerInnen freizugeben. Von Seiten des Trägervereins, Stiftung Freiraum e.V. war keine Kommunikation oder Initiative in diese Richtung unternommen worden.
Die Mitwirkung von Stiftung Freiraum e.V. in diesem von den Bewohnern initiierten Auswahlverfahren ist vorgesehen und ausdrücklich erwünscht und wurde in einem Offenen Gespräch am 30.5.2010, an dem auch Mitglieder von Stiftung Freiraum e.V. beteiligt waren, als Interimsverfahren vereinbart.
Dieses Auswahlverfahren wird von einem Teil des Vorstands von Stiftung Freiraum e.V. (namentlich Kai Haberland und Klaus Basler) nicht anerkannt. Diese lassen statt dessen einen Anwalt eine einstweilige Verfügung dagegen verhängen und rechtliche Schritte androhen.

Die gemeinsame Entwicklung eines Hauskonzepts, das auch das Auswahlverfahren regelt, ist weiterhin durch Stiftung Freiraum e.V. verzögert.

Interessanterweise wird zur gleichen Zeit die Zurückweisung der Mieten der BewohnerInnen angekündigt, mit dem Hinweis, dass diese nicht als Sammelzahlung durch Vorwerk e.V. akzeptiert werden. (Seit einem halben Jahr überweisen die BewohnerInnen die Mieten in einer Sammelzahlung durch Vorwerk e.V. um Räumungsklagen gegen Einzelne, wie sie in der Vergangenheit durch Freiraum e.V. eingesetzt wurden, vorzubeugen.)
Die BewohnerInnen werden damit zu Besetzern erklärt, fristlose Kündigungen sind abzusehen.

Die BewohnerInnen reagieren darauf mit Ratlosigkeit und psychosomatischen Symptomen.

Was bisher geschah:
Seit zwei Jahren ist im Künstlerhaus Vorwerkstift manches nicht mehr so, wie es einmal war. Der Vorstand des Trägervereins Stiftung Freiraum e.V. verändert nach Belieben die Konzeption des Projekts und ist offensichtlich nicht in der Lage, kompetent und gemäß der ursprünglichen Idee des Projekts zu handeln. Entscheidungen werden über die Köpfe der Künstler hinweg getroffen, statt Interesse und Austausch herrschen Bürokratie und Blockade.
Die gemeinsame Entwicklung eines neuen Hauskonzepts wird seit zwei Jahren wiederholt von Stiftung Freiraum e.V. blockiert, Gespräche wurden durch Freiraum e.V. abgebrochen oder für gescheitert erklärt.
Die patriotische Gesellschaft von 1765, die an der Gründung des Projekts in den 80er Jahren federführend beiteligt war, brach nach mehreren Versuchen der Vermittlung im November 2009 ihre Bemühungen für das Vorwerkstift ab, da es keine rechtliche Ebene für ein Einschreiten ihrerseits gibt und Verhandlungsversuche immer wieder von Freiraum e.V. blockiert wurden.

Wir wollen :
– volles Mitspracherecht der Bewohner bei allen Belangen, die das Projekt betreffen
– ein Auswahlverfahren für Neubewerber, in dem die Bewohner mehrheitlich beteiligt sind
– die Garantie der bisherigen Aufenthaltsdauern von 3 (minimum) bis 5 (maximum) Jahren
– die Selbstorganisationsstrukturen erhalten
– Zusammenarbeit mit fähigen und kompetenten, gutgesinnten, interessierten Menschen

Wir wollen dieses einzigartige Kulturprojekt langfristig erhalten, einer Öffentlichkeit zugänglich machen und die Möglichkeit vielen anderen Künstlern und Künstlerinnen bieten!


!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Ganz aktuell: Anwaltsbrief 6/2010


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Einladung zum offen Gespräch über die Situation und Zukunft des Künstlerhauses Vorwerkstift, Hamburg


Im Rahmen der jährlichen Hausausstellung laden die BewohnerInnen des Künstlerhauses Vorwerkstift zum offen Gespräch am Sonntag, den 30.5.2010 um 16h in die Galerie ein. Alle Interessierten sind herzlichst eingeladen, an diesem Gespräch teilzunehmen, zu zuhören und mit zu diskutieren.

Der Anlass:

Die Situation in der Auseinandersetzung mit Stiftung Freiraum e.V. (dem Trägerverein des Vorwerkstifts) und den BewohnerInnen des Künstlerhauses ist zu einem unerträglichen, mittlerweile 2 Jahre andauerndenden Zustand geworden.
Diesen gilt es, offen dazulegen und aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren, um Klarheiten zu schaffen. (eine ausführliche Geschichte der Ereignisse siehe: www.artist-residence-hamburg.de)

Der aktuelle Stand:

Zur Zeit weigert sich der Vorstand von Freiraum e.V. (namentlich Kai Haberland und Klaus Basler), das jährliche Auswahlverfahren für neue BewohnerInnen zu auszuschreiben, solange nicht auf einige ihrer Forderungen eingegangen wird (z.B. leergeräumte Flure).
Umgekehrt werden Forderungen der BewohnerInnen ignoriert und ein Aufeinanderzugehen durch Verweigerung kleinster Zugeständnisse blockiert (z.B. wurde abgelehnt, eine Erklärung zu unterzeichnen dass ein Wille zur Einigung und zur gemeinsamen Erarbeitung einer Lösung und eines neuen Hauskonzepts besteht).

Freiraum e.V. wird seiner Aufgabe nicht gerecht, dieses Auswahlverfahren auszurichten, um die Idee des Künstlerhauses zu erhalten und für möglichst viele Künstler zugänglich zu machen.

Und jetzt?

Die BewohnerInnen (vertreten durch Vorwerk e.V.) schreiben selbst ein Auswahlverfahren aus. Denn es gilt, neue künstlerisch arbeitende Leute ins Haus zu bringen, die hier Räume und Wohnungen nutzen möchten.
Dieses Auswahlverfahren erkennt der Vorstand von Stiftung Freiraum e.V. (namentlich Haberland und Basler) nicht an und erklärt sich damit zu Stiftung Leerstand.

Der Vorstand der Patriotische Gesellschaft, der noch im September 2009 in einer Presseerklärung formulierte, dass Ihm das Gelingen des Projekts ein besonderes Anliegen sei und er diese Verantwortung sehr ernst nehme, hat sich aus den Verhandlungen zurückgezogen. Eine Nachfrage, wie das “Engagierte Beobachten” (Brief von Dr Mackensen, 1. Vorsitzender der Patriotischen Gesellschaft) zur Zeit aussieht, wurde nicht beantwortet.

Trotzdem:

Den Bewohnern und Bewohnerinnen des Vorwerkstifts ist sehr an einer Lösung und am Erhalt des Projekts Vorwerkstift gelegen, daher laden wir alle Interessierten ein sich an diesem offenen Gespräch zu beteiligen, und hoffen auf zahlreiches Erscheinen.
Wir freuen uns auf eine offen gelegte Streitkultur – die wir pflegen und hegen wollen! Wir werden Freiraum e.V nicht die Gelegenheit geben, die Situation auszusitzen bis wir alle nach Berlin gezogen sind.


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Hamburg 2.5.2010:

Alles neu macht vielleicht der Mai.

In wöchentlichen Treffen der Hausgemeinschaft wurde im Winter ein Konzept erarbeitet/umgeschrieben, um die Idee des Projekts zu erhalten. Eine baldige Einigung mit Stiftung Freiraum e.V. ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Die Ungeduld wächst, die Einsicht ist da: Wir können mit einer ständig veränderten Basis nicht auf ein Ziel der Selbstverwaltung hinarbeiten. Und trotzdem muss gemeinsam in dieser Unterschiedlichkeit zu Lösungen gekommen werden, damit das Leben und Arbeiten im Haus erträglich ist.

Es gehört dazu, sich damit zu befassen — es beeinflusst jede/n BewohnerIn bis in die kleinste Ecke der Wohnung.

Zur Konzeptarbeit ein paar Worte: Das Konzept soll das Leben im Haus regeln, ohne daß die BewohnerInnnen starren Doktrinen unterlegen sind. Das bedeutet zum Beispiel, dass festgelegt werden soll, wie das Auswahlverfahrenen vonstatten geht. Nicht mit 50 Leuten, von denen die Hälfte unabgesprochen eingeladene Gäste von Freiraum e.V. sind, die vom Leben und Arbeiten in einem Künstlerhaus keine Vorstellung haben.

Zum anderen soll das Konzept die Verteilung von Verwaltung und täglich praktischem Leben klar aufteilen und das Verhältnis von Vorwerk e.V. und Freiraum e.V dahingehend regeln, dass fortan keine konzeptionellen Entscheidungen mehr gegen den Willen der BewohnerInnen durchführbar sind.

Die BewohnerInnen sind Mitglieder im Vorwerk e.V. und sind froh, einem Verein selbst als Verein entgegen treten zu können.

Die Forderungen von Seiten der HausbewohnerInnen, also dem Vorwerk e.V. bleiben:

- Konzeptänderungen dürfen nur in Absprache und Übereinstimmung zwischen Vorwerk e.V. und Freiraum e.V. durchgeführt werden

- Absetzung des Vorstandes von Freiraum e.V. (namentlich: Haberland und Basler).

Und zwar aus folgenden Gründen:

In der Vergangenheit:
– Räumungsklagen gegen BewohnerInnen
– Gelbe Briefe mit Forderungen nach: ´Ergebnissen in der Kunst´, oder: ´ihre Kunst ist zum Scheitern verurteilt, deswegen verlängern wir Ihren Antrag nicht mehr´
– Persönliche Angriffe auf einzelne BewohnerInnen im Sinne von: Sie haben sich vor 3 Jahren nicht richtig verhalten, ihr Antrag wird nicht verlängert
– Abbruch der Verhandlungen mit der patriotischen Gesellschaft und den BewohnerInnen des Künstlerhauses
-Kein Verständnis für das Leben und Arbeiten im Vorwerkstift

Zur Zeit:
– noch immer kein Verständnis für das Leben und Arbeiten im Vorwerkstift
– Sie gehen nicht auf die BewohnerInnen zu, um offen Dinge zu klären
– Kein Interesse für Kunst und die Leute dahinter

Die Spannung bleibt, der Winterschlaf ist längst vorbei. Die BewohnerInnen, die die Situation von Anfang an mitbekamen ziehen nach Berlin — und die neuen: bilden sich selbst eine Meinung.

Darum laden wir Euch ein, zu unserer Hausausstellung am 28.Mai 2010 vorbeizukommen.

Am 30.Mai wird es ein offenens Gepräch zur Lage der Situation geben, bei schönem Wetter im Garten.